Gartenplanung – das kreative Chaos
Ich werde oft gefragt, wie ich vorgehe, wenn ich in meinem Garten ein Beet neu gestalte. Der erste – und wichtigste – Schritt lautet immer: messen, messen und noch einmal messen.
Viele sind überzeugt, dass man seinen eigenen Garten doch in- und auswendig kennen müsste. Ich sage: Jein. Man glaubt das zumindest. In der Praxis täuscht man sich erstaunlich leicht – besonders dann, wenn im Sommer alles üppig wächst oder bestimmte Elemente, wie Zäune oder Mauern, schon seit Jahren einfach „da sind“.
Vom Messen zur Idee
Nach dem Messen fertige ich zunächst eine grobe Skizze an, die ich anschließend sauber auf Millimeterpapier übertrage. Ist die endgültige Idee noch nicht gefunden, lege ich Pergamentpapier darüber und zeichne verschiedene Varianten. Alternativ kann man die Zeichnung auch kopieren und darauf zeichnen.
Während des gesamten Planungsprozesses wälze ich Gartenbücher, blättere Zeitschriften durch und lese Pflanzenbeschreibungen von Baumschulen und Gärtnereien. Auf dem Foto von meinem Sideboard sehr ihr, was sich in dieser Zeit alles ansammelt, was Inspiration liefern kann. Das liegt dann manchmal über Wochen hinweg dort, bis der nächste Kreativschub kommt.
Planung trifft Realität
Bin ich mit der Anordnung der Gehölze, Rosen oder Leitstauden zufrieden, gehe ich erneut ins Beet und gleiche meinen Plan mit der Realität ab. Hier korrigiere ich häufig noch Pflanzabstände. Zurück am Schreibtisch plane ich dann die Unterbepflanzung.
Im Beet markiere ich die Pflanzplätze für Gehölze, Rosen und Leitstauden und messe die Quadratmeter für die Stauden aus. Bei der Anzhahl der Pflanzen pro Quadratmeter richte ich mich meist nach den Angaben der Züchter und bestelle entsprechend vor. Entweder hole ich die Pflanzen ab oder lasse sie liefern.
Gerade bei Rosen lohnt es sich, im Herbst oder Frühjahr wurzelnackt zu bestellen – preislich oft deutlich günstiger als Containerware im Sommer. Natürlich ist es schön, Rosen blühend auszusuchen, aber das kann schnell 10 Euro pro Pflanze mehr kosten. Ich merke mir meine Favoriten im Sommer und bestelle sie dann im Winter.
Bei Gehölzen mit besonderer Herbstfärbung, wie zum Beispiel dem Amberbaum, ist es hingegen wichtig, sie im Herbst auszuwählen. Nur dann sieht man, ob die Färbung eher gelb oder rot ausfällt.
Frühblüher – geplant oder spontan?
Wenn du Frühblüher im Beet haben möchtest, kannst du sie direkt mit einplanen. Ich selbst plane sie meist nicht fest ein, da sie relativ schnell wieder verschwinden. Hier erlaube ich mir jedes Jahr ein paar spontane Käufe, die einfach verbuddelt werden. Möchtest du allerdings gezielt Drifts oder Tuffs anlegen, solltest du auch die Frühblüher bereits in der Planung berücksichtigen.
Jetzt bleibt nur noch zu hoffen, dass der Winter endlich verschwindet – und wir vom Planen am Schreibtisch wieder ins Tun im Garten kommen.


