Start in den altersgerechten Garten

Start in den altersgerechten Garten

Auf dem Weg zu einem altersgerechten Garten

Mein Garten im Herbst 2025

Der Umbau meines Gartens hat begonnen. Schon Ende September habe ich damit angefangen, einige Gräser, Stauden und Sträucher zu verschenken – ein erster, emotionaler Schritt in eine neue Gartenphase.

Besonders das Präriebeet war leider völlig überwuchert. Gräser, Witwenblumen und Gaura hatten sich so stark vermehrt, dass sie andere Stauden verdrängt haben. Das ganze Bild des Beetes war verloren gegangen – und vor allem: Ich konnte es nicht mehr so pflegen, wie es nötig gewesen wäre. Ich werde schließlich auch nicht jünger.

Also habe ich mich entschieden, das große Präriebeet in mehrere kleinere Beete zu unterteilen. So wird die Pflege überschaubarer – und ich kann den Garten weiterhin mit Freude, statt mit körperlicher Anstrengung gestalten.

Abschied von alten Gartenbewohnern

Auch einige Gehölze mussten gehen. Der Maulbeerbaum hat sich als deutlich wuchsfreudiger erwiesen, als ich es jemals erwartet hätte. Zusammen mit dem Kirschbaum ist er auf eine Streuobstwiese umgezogen. Ich hoffe sehr, dass beide dort gut anwachsen – und weiterhin reichlich Früchte tragen dürfen.

An der linken Grundstücksgrenze stehen noch wilde Haselnusssträucher, die ständig geschnitten werden müssen. Auch das schaffe ich auf Dauer nicht mehr. Schweren Herzens habe ich mich deshalb entschieden, sie fällen zu lassen.

Neue Lösungen für einen pflegeleichteren Garten

Ich habe mich in den letzten Monaten viel mit dem Thema altersgerechtes Gärtnern beschäftigt und sogar ein Webinar dazu besucht. Dabei wurde mir schnell klar: Hecken als Ersatz für die Haselnuss wären keine gute Lösung – sie müssten regelmäßig geschnitten werden.

Deshalb bekommt die linke Grundstücksgrenze nun einen Bambus-Sichtschutz. Der ist langlebig, formstabil und deutlich pflegeleichter.

In einer kleinen Lücke werden außerdem zwei Feldahorne (Acer campestre) gepflanzt. Sie kommen sehr gut mit Hitze und Trockenheit zurecht – Eigenschaften, die in meinem Garten immer wichtiger werden.

Neue Akzente im Gartenbild

In die Lücke des Maulbeerbaums wird eine weitere Blutpflaume (Prunus cerasifera ‚Nigra‘) einziehen, damit das Gesamtbild harmonischer wird. Ihre dunklen Blätter liebe ich – sie bringen Ruhe und Tiefe in den Garten.

Dazu kommt noch ein weiterer Strauch: der Goldliguster (Ligustrum ovalifolium ‚Aureum‘).
Er gilt als sehr robust gegenüber Hitze und Trockenheit und bildet – wie der gemeine Liguster – Blüten und Früchte. Ein Gewinn für den Garten und für die Tierwelt.

Mein Fazit

Der Garten wird sich verändern – sichtbar, spürbar und auch emotional.
Aber er soll mir weiterhin Freude machen, nicht zur Belastung werden.

Ich gestalte ihn jetzt so, dass er:

  • pflegeleichter wird

  • dem Klima besser standhält

  • und mir auch in Zukunft ein Ort der Ruhe bleibt

Der Garten wird vielleicht einfacher – aber nicht weniger schön.

Und genau das ist für mich der Kern von Gartenhygge!

Einsames Schneeglöckchen

Einsames Schneeglöckchen

Einsame Schneeglöckchen im Garten

Neulich habe ich einen Newsletter gelesen und wunderschöne Gartenbilder aus England gesehen – voller Schneeglöckchen. Dichte, blühende Teppiche, sogenannte „Tuffs“, wie man sie sich wünscht. Überall war zu lesen, dass sich Schneeglöckchen mit der Zeit ganz von selbst zu solchen Horsten entwickeln. Man könne sie sogar teilen, entweder während der Blüte oder kurz danach – „in the green“, wie es so schön heißt.

Klingt wunderbar. Nur leider sieht mein Garten ganz anders aus.

Bei mir stehen die Schneeglöckchen jedes Jahr wieder einzeln im Beet. Ich habe die kleinen Zwiebeln über den ganzen Garten verteilt, aber sie kommen stets allein zurück – hübsch, aber eben ziemlich einsam. Dabei heißt es doch, sie vermehren sich sogar über Samen, die zum Beispiel von Ameisen verbreitet werden.
Da stellt sich mir unweigerlich die Frage: Habe ich etwa besonders faule Ameisen im Garten?

Inzwischen glaube ich, dem Rätsel auf die Spur gekommen zu sein. In verschiedenen Beschreibungen wird nämlich erwähnt, dass Schneeglöckchen bevorzugt unter Sträuchern und Bäumen wachsen. Dort sind sie zum einen besser vor Störungen geschützt, zum anderen ist die Wasserversorgung gleichmäßiger. Und das könnte bei meinem sandigen Boden tatsächlich der entscheidende Punkt sein – gerade im Winter. Dieses Jahr ist das weniger problematisch, denn der Schnee sorgt für eine gute Durchfeuchtung.

Als ich mir Fotos aus den letzten Jahren angesehen habe, fiel mir noch etwas auf: An genau einer Stelle haben sich meine Schneeglöckchen richtig gut vermehrt. Und wo war das? Unter meiner Quitte.

Damit ist klar: Ich habe ein neues To‑do für dieses Gartenjahr. Alle einsamen Schneeglöckchen werden ausgegraben und unter Sträucher umgesetzt. Und wenn die Ameisen dann auch noch ihren Job machen, könnte ich mich vielleicht 2027 über deutlich mehr Schneeglöckchen im Garten freuen.

Man lernt nie aus. Wie schön, dass unsere Mitbewohner so individuell sind.

Sabine

Katzen im Garten

Katzen im Garten

Pflanztipps für Katzenfreunde mit Herz und Verstand

Ein Garten ist ein Paradies – für Menschen, Pflanzen und auch für Katzen. Wer mit Katzen lebt oder regelmäßig Besuch von Samtpfoten im Garten bekommt, weiß: Sie lieben es, zu beobachten, zu schleichen, zu dösen und auf Entdeckungstour zu gehen.

Damit Garten und Katze gut zusammenpassen, lohnt es sich, bei der Pflanzenauswahl und Gestaltung ein wenig mitzudenken.

Warum Katzen den Garten so lieben

Katzen mögen Gärten, weil sie dort alles finden, was sie brauchen:

  • Verstecke

  • Sonnenplätze

  • erhöhte Aussichtspunkte

  • weiche Böden

  • und spannende Gerüche

Ein naturnaher Garten ist für sie wie ein Abenteuerspielplatz – ruhig, vielfältig und voller Reize.

Ein katzenfreundlicher Garten braucht Rückzugsorte, erhöhte Plätze wie Mauern, Baumstämme oder Stufen, schattige Liegeflächen und sichere Wege, auf denen sich die Tiere entspannt bewegen können. Gleichzeitig sollte der Garten auch für uns Menschen ein Ort der Ruhe bleiben – beides schließt sich nicht aus, sondern lässt sich mit etwas Planung wunderbar miteinander verbinden.

Darüber hinaus brauchen Katzen im Garten saubere, flache Wasserstellen, keine scharfen Kanten, keine giftigen Dünger oder Schneckenkorn und möglichst wenig Chemie. Ein naturnaher Garten ist damit nicht nur ein sicherer Ort für Katzen, sondern zugleich auch ein wertvoller Lebensraum für Insekten und andere Tiere.

Pflanzentipps für katzenfreundliche Gärten

Katzenminze (Nepeta cataria / Nepeta faassenii)

Katzen reagieren oft spielerisch und euphorisch auf ihren Duft.
Sie ist außerdem eine wunderschöne, insektenfreundliche Staude.

  • Standort: sonnig bis halbschattig
  • Boden: durchlässig, eher trocken
  • Pflege: sehr pflegeleicht, Rückschnitt nach der Blüte fördert Nachblüte
Baldrian (Valeriana officinalis)


Der Geruch ist für Menschen gewöhnungsbedürftig – für Katzen unwiderstehlich.
Ideal für eine etwas abgelegenere Ecke im Garten.

  • Standort: sonnig bis halbschattig
  • Boden: frisch bis feucht, nährstoffreich
  • Pflege: robust, versamt sich gern, bei Bedarf eindämmen
Gamander (Teucrium chamaedrys / Teucrium x lucidrys)

Gamander ist eine niedrige, robuste Staude mit aromatischem Duft, den viele Katzen interessant finden. Gleichzeitig ist er sehr trittfest und eignet sich gut für sonnige Gartenbereiche oder als kleine Einfassung.

  • Standort: sonnig bis halbschattig
  • Boden: trocken bis frisch, gut durchlässig, eher mager
  • Pflege: sehr pflegeleicht, Rückschnitt nach der Blüte oder im Frühjahr fördert dichten Wuchs
  • Besonderheit: ideal für Wege, Beetränder und Katzenpfade
Zitronenmelisse (Melissa officinalis)

Manche Katzen mögen den frischen Duft und rollen sich gern in der Pflanze. (Die Blätter lassen sich auch in der Küche vielfältig verwenden, falls die Katze kein Interesse zeigt.)

  • Standort: sonnig bis halbschattig
  • Boden: locker, humos, nicht zu trocken
  • Pflege: wüchsig, Rückschnitt fördert frisches Blattwerk
Lavendel (Lavandula angustifolia)

Nicht jede Katze reagiert darauf – aber er schafft Struktur und Ruhe. (Und ICH liebe Lavendelduft in jedem Fall!)

  • Standort: sonnig, war
  • Boden: trocken, kalkhaltig, sehr durchlässig
  • Pflege: Rückschnitt im Frühjahr, Staunässe vermeiden
Thymian (Thymus vulgaris / serpyllum)

Niedrig wachsend, trittfest, ideal für Wege und sonnige Plätze.

  • Standort: vollsonnig
  • Boden: mager, trocken, steinig
  • Pflege: sehr pflegeleicht, nicht zu viel gießen

Diese Pflanzen lieber meiden

Einige Pflanzen sind für Katzen giftig oder problematisch.
Dazu gehören unter anderem:

  • Lilien (sehr gefährlich für Katzen!)

  • Oleander

  • Efeu

  • Fingerhut

  • Maiglöckchen

  • Herbstzeitlose

Wenn du Katzen hast oder Besuch bekommst:
Lieber verzichten – oder nur an unzugänglichen Stellen pflanzen.

Zum Schmunzeln – Katzenwetterdienst

Katzen haben ja bekanntlich manchmal sehr eigenwillige Beutevorlieben. Die Katze einer Freundin von mir fängt zum Beispiel mit großer Begeisterung Regenwürmer – und apportiert sie dann stolz als „Geschenk“. Das ist nicht nur gewöhnungsbedürftig, sondern fast schon wissenschaftlich verwertbar: Sie macht damit jeder Bauernregel Konkurrenz. Denn man kann ziemlich zuverlässig erkennen, ob der Boden noch gefroren ist – bei Frost gibt es nämlich keine Regenwürmer.

Wenn also ein Wurm auf der Terrasse liegt, weiß man: Der Garten ist wieder aufgetaut … und die Katze ist sehr zufrieden mit sich selbst.

Mein persönlicher Blick

Ich mag Gärten, die belebt sind. Wenn eine Katze im Beet sitzt, durch die Gräser streift oder sich auf der warmen Terrasse zusammenrollt, dann gehört sie für mich einfach dazu. Ein Garten ist kein Ausstellungsraum – sondern ein Lebensraum. Und dazu gehören manchmal auch Pfotenabdrücke im Boden.

Sabine van Osenbrüggen

Jahreskreis Phänologie

Jahreskreis Phänologie

Auf gartenhygge ist ein neues Projekt gestartet: der phänologische Jahreskalender.

Das Thema Phänologie liegt mir schon lange am Herzen, weil in Zeiten des Klimawandels das Leben von Landwirten und (Hobby-)Gärtnern nicht einfacher wird. Wir erleben frühe Austriebe der Pflanzen, gefolgt von späten Frösten, Trockenheit in der Zeit, da Wasser für das Wachstum gebraucht wird, starke Regenfälle im Sommer. Vielleicht können wir aber trotzdem Signale der Natur nutzen, um uns auch in der Zeit des Wandels zu orientieren, deshalb meine kleine Serie zur Phänologie.

Was ist Phänologie?

Wer schon einmal bemerkt hat, dass die ersten Krokusse im Frühling ihre Köpfe durch die Erde stecken oder dass die Blätter der Bäume im Herbst wie auf Kommando bunt werden, hat bereits einen Blick für die Phänologie entwickelt. Phänologie ist die Wissenschaft, die sich mit den periodisch wiederkehrenden Erscheinungen in der Natur beschäftigt – also damit, wann Pflanzen blühen, Früchte reifen oder Zugvögel zurückkehren. Sie beobachtet, wie sich die Natur im Laufe des Jahres verändert und wie diese Veränderungen mit dem Klima zusammenhängen.

Geschichte und Entstehung der Phänologie

Die Wurzeln der Phänologie reichen weit zurück – bereits in der Antike achteten Bauern und Gärtner auf die Zeichen der Natur, um den besten Zeitpunkt für Aussaat und Ernte zu bestimmen. Als eigenständige Wissenschaft entwickelte sich die Phänologie jedoch erst im 18. und 19. Jahrhundert. Der schwedische Naturforscher Carl von Linné gilt als einer der Begründer. Er legte sogenannte „Blumen-Uhren“ an und dokumentierte, wann verschiedene Pflanzenarten blühten. Im 19. Jahrhundert wurden in Europa erste flächendeckende phänologische Beobachtungsnetze aufgebaut, um systematisch festzuhalten, wie sich die Natur im Jahresverlauf verändert.

Warum ist Phänologie wichtig?

Die Phänologie hilft uns, die Wechselwirkungen zwischen Klima und Natur besser zu verstehen. Da viele Pflanzen und Tiere sehr sensibel auf Temperatur und Niederschlag reagieren, geben ihre Entwicklungsstadien Hinweise auf klimatische Veränderungen. So können wir beispielsweise beobachten, dass einige Pflanzenarten heute früher blühen als noch vor wenigen Jahrzehnten – ein Indiz für den Klimawandel.

Bedeutung für Landwirtschaft

Bedeutung für Landwirtschaft und Gärten

Für Landwirte und Hobbygärtner ist die Phänologie ein wertvolles Werkzeug. Anstatt sich nur auf den Kalender zu verlassen, kann man mit phänologischen Beobachtungen den optimalen Zeitpunkt für Aussaat, Pflanzung, Pflege und Ernte bestimmen. Zum Beispiel ist der Beginn der Apfelblüte ein verlässlicher Hinweis, dass die Frostgefahr vorbei ist und empfindliche Kulturen ins Freiland gepflanzt werden können. Auch Schädlinge und Pflanzenkrankheiten orientieren sich am Entwicklungsstand der Pflanzen – rechtzeitige Beobachtung hilft, Risiken zu minimieren und Erträge zu sichern.

Der Kalender wächst mit dem Jahr

Der neue Jahreskalender wird nicht von heute auf morgen vollständig sein.
Und das ist ganz bewusst so.

Die einzelnen phänologischen Jahreszeiten werden:

  • rechtzeitig ergänzt,

  • saisonal vervollständigt,

  • und mit Beobachtungen aus meinem eigenen Garten angereichert.

Ich schreibe also nicht über den Hochsommer im Winter oder über den Vorfrühling im Juli. Stattdessen entsteht der Kalender parallel zum tatsächlichen Gartenjahr.

Die 10 phänologischen Jahreszeiten: Übersicht und Monatszuordnung

Die Phänologie teilt das Jahr nicht in die klassischen vier Jahreszeiten, sondern unterscheidet zehn sogenannte „phänologische Jahreszeiten“. Diese orientieren sich an markanten Entwicklungsstadien typischer Pflanzen. Die folgende Übersicht zeigt, welche Monate den jeweiligen Jahreszeiten meist zugeordnet werden – regionale Abweichungen sind dabei möglich:

  1. Winter (Dezember – Februar): Vegetationsruhe, kaum sichtbares Wachstum.
  2. Vorfrühling (Februar – März): Blüte von Hasel und Schneeglöckchen, erste Frühlingsboten.
  3. Erstfrühling (März – April): Blüte von Forsythie und Salweide, Laubaustrieb bei einigen Bäumen.
  4. Vollfrühling (April – Mai): Apfelblüte, Flieder blüht, viele Bäume treiben aus.
  5. Frühsommer (Mai – Juni): Beginn der Blüte von Holunder, Roggen steht in Ähre.
  6. Hochsommer (Juni – Juli): Lindenblüte, erste Getreideernte, viele Früchte reifen.
  7. Spätsommer (Juli – August): Reife von Johannisbeeren, Erntezeit für viele Gemüse.
  8. Frühherbst (August – September): Reife von Äpfeln und Birnen, Laub beginnt zu verfärben.
  9. Vollherbst (September – Oktober): Kastanien fallen, Blätter färben sich bunt, Hauptlaubfall.
  10. Spätherbst (Oktober – November): Letzte Blätter fallen, Pflanzen bereiten sich auf die Winterruhe vor.

Dies sind nur einige Beispiele für die Beobachtung. Weitere lernt ihr in der Serie kennen, wir starten passend mit dem Winter.

Eine Einladung zum Mitbeobachten

Der Jahreskalender ist keine Anleitung zum Abarbeiten.
Er ist eine Einladung:

  • genauer hinzuschauen

  • Veränderungen wahrzunehmen

  • den eigenen Garten besser zu verstehen

Vielleicht beobachtest du andere Zeigerpflanzen als ich.
Vielleicht beginnt der Vorfrühling bei dir früher – oder später.
Auch das gehört dazu.

Im Laufe des Jahres wird der phänologische Jahreskalender auf gartenhygge.de wachsen – Monat für Monat, Jahreszeit für Jahreszeit.

Schau gern regelmäßig vorbei. Oder komm immer dann, wenn du dich fragst:
„Was zeigt mir die Natur gerade?“

Gemeinsam entspannt wachsen mit der Natur

Im Laufe des Jahres wird der phänologische Jahreskalender auf gartenhygge.de wachsen – Monat für Monat, Jahreszeit für Jahreszeit.

Schau gern regelmäßig vorbei. Oder komm immer dann, wenn du dich fragst:
„Was zeigt mir die Natur gerade?“

Sabine van Osenbrüggen

Wenn ihr noch mehr zum Thema Phänologie lesen wollte, schaut doch mal beim Deutschen Wetterdienst vorbei: https://www.dwd.de/DE/klimaumwelt/klimaueberwachung/phaenologie/phaenologie_node.html

Interessant ist auch die Seite von Karl Ploberger, der mich damals in einem Fernsehbeitrag auf die Phänologie gebracht hat:

https://www.biogaertner.at/phaenologischer-kalender-oder-garteln-im-takt-der-natur/

Sabine van Osenbrüggen

Die Elfenblumen – Epimedium

Die Elfenblumen – Epimedium

Magie – Zartheit wandelt sich in Stärke

Die Elfenblumen sind wintergrüne Geschöpfe, d. h. sie behalten ihre Blätter über den Winter und diese werden etwa im Februar braun und trocknen ein. Dann kann man sie mit einer Schere oder sogar mit dem Rasenmäher abschneiden. Ich versorge sie nach dem Schnitt immer mit einer guten Lage Kompost und wenn der Frühling ganz trocken ist, gieße ich auch das Beet, damit der Kompost gut einwirken kann. Dann heisst es warten und dieses Warten ist jeden Frühling mit einer gewissen Sorge begleitet. Ich weiss zwar mittlerweile, dass diese starken Bodendecker wieder austreiben, aber wenn ich so auf das kahle Beet schaue, habe ich schon Bedenken, ob ich vielleicht zu früh dran war mit dem Abschneiden und die Elfenblumen vielleicht eingegangen sind. Aber dann kommt der erste wärmende Sonnenstrahl und dann startet die Magie! Es erscheinen hunderte kleine Stiele, daran entfaltet sich ein ganz zartes, herzförmiges Blatt! Je nach Sorte treiben die Blätter in grün aus oder in kupferrot, wie bei der Sorte ‚Versicolor‘.  Kurz nach den Blättern erscheinen Stiele, an denen kleine Rispen hängen und dann öffnen sich die wunderbaren kleinen Blüten. Je nach Sorte in hellgelb, dunkelgelb, rot, weiss oder orange. Es ist für mich jedes Mal ein kleines Wunder und wärmt mir das Herz. Wenn ich dies sehe, weiss ich warum ich leidenschaftlich gerne gärtner! 

Das Blatt der Elfenblumen wächst über das Jahr aus und wird immer härter und kräftiger. Die Pflanzen sind nach einigen Jahren so dicht, dass kein Unkraut mehr durchkommt. Selbst der Giersch hat wenig Chancen. Auch Schnecken mögen sie nicht. Am liebsten mögen die Elfenblumen schattige Lagen, d. h. sie sind ideal für nördliche Vorgärten (anstatt Steinwüste), aber sie kommen auch mit West und Ost zurecht. Sie sind auch relativ trockenheitsverträglich, nur austrocknenden Wind mögen sie nicht. Wasser bekommen sie bei mir nur in größter Hitze. Bei alten Bepflanzungen, wenn die Elfenblumen nicht mehr in die Breite gehen können, wachsen sie höher und sind sehr imposant. Wenn der Herbst kommt, habe einige Sorten eine wunderschöne rötliche Herbstfärbung ihrer Blätter. Diese wird über den Winter immer dunkler. Das ist ein ganz toller Kontrast, wenn Schnee auf dem Beet liegt. 

Begleiter für die Elfenblumen sind z. B. die Narzissen, denn sie blühen, wenn die Elfenblumen abgeschnitten sind und das verwelkende Grün der Narzissen geht nachher im Blättergewirr der Elfenblumen unter. Man muss dann aber beim Abschneiden im Frühjahr sehr aufpassen. Ich habe „Frühstarter Narzissen“, die ihre Blätter schon Ende Februar rausschieben, die darf man dann nicht abschneiden. In meinem Beet stehen auch die Hortensien, ein harmonisches Bild in weiss und grün. Und nebenbei ganz pflegeleicht und wunderschön für die schattigen Lagen und Vorgärten. Neben den Storchschnäbeln sind die Elfenblumen meine absoluten Heldinnen im Garten. Und sie sind für mich neben den Zwiebel-Frühblüher, ein untrügliches Zeichen – jetzt wird es Frühling! 

Aufgrund der „Frühstarter Narzissen“, die bereits im Januar 2023 ihr Grün und schon Ende Februar 2023 die ersten Blüten zeigen, habe ich mich in diesem Jahr entschieden, mal nicht die alten Blätter abzuschneiden. Sie sind nach dem warmen Winter auch immer noch grün und rot. Nun warte ich, ob trotzdem neue kleine Blätter austreiben und wie die Blüte sein wird. Blühen sie mehr oder weniger? 

Wie bin ich eigentlich auf diese tollen Bodendecker gekommen? Von dieser Staudenart habe ich das erste Mal auf einem Kurs von Gabriella Pape und Isabell van Groeningen gehört. Ich war auf der Suche nach robusten Bodendeckern, die auch auf der Nordseite gut gedeihen. Man setzt 9 – 12 Pflanzen pro qm und hat dann schnell einen grünen Teppich und weniger Unkraut. Wenn ihr weniger Pflanzen kaufen wollt, dann dauert das entsprechend länger.