Leider ist dieser Beitrag in der „Pipeline“ hängen geblieben. Ich hatte ihn im Juni geschrieben, aber leider erst heute veröffentlicht.
Einleitung
Ich muss sagen, dass es eine sehr große Herausforderung ist bei der derzeitigen Hitzewelle (22. Juni und auch am 16. August) über die beiden kalten Ereignisse dieses Jahres zu schreiben. Ich möchte das aber trotzdem tun, weil ich sie dieses Jahr so ausgeprägt fand. Im Mai zur Zeit der Eisheiligen war es echt kalt und naß, ich war da mit dem Kulturverein auf Reise in der Lüneburger Heide (meinen Reisebericht findet Ihr hier: https://travelhygge.de/lueneburger-heide/ ). Die Schafkälte, hat uns auch exakt bis 14.06.26 erwischt. Wir hatten dort eine Outdoorveranstaltung geplant, die aufgrund von Kälte und starkem Regen nach drinnen verlegt werden musste. Ich finde das im Zeiten des Klimawandels echt merkwürdig, dass diese alten Wetterphänomene dieses Jahr so pünktlich und deutlich ausgefallen sind. Schauen wir uns mal an, warum sie so wichtig für uns Gärtnerinnen sind. Die Eisheiligen und die Schafskälte sind zwei alte Wetterbegriffe, die bis heute für Gartenplanung wichtig sind — vor allem, weil sie mit späten Kälteeinbrüchen zusammenhängen.
Eisheilige: Herkunft und Bedeutung
Die Eisheiligen fallen traditionell auf die Tage vom 11. bis 15. Mai. Benannt sind sie nach katholischen Heiligen-Gedenktagen:
- Mamertus – 11. Mai
- Pankratius – 12. Mai
- Servatius – 13. Mai
- Bonifatius – 14. Mai
- Sophia, oft „kalte Sophie“ genannt – 15. Mai
Geschichtlich stammen die Begriffe aus der bäuerlichen Wetterbeobachtung. Über Generationen wurde festgestellt, dass es Mitte Mai noch einmal zu empfindlich kalten Nächten kommen kann. Diese Erfahrung wurde mit den Namenstagen der Heiligen verbunden und als Bauernregel weitergegeben.
Für Gärtnerinnen und Gärtner sind die Eisheiligen wichtig, weil viele wärmeliebende Pflanzen — etwa Tomaten, Gurken, Zucchini, Kürbis, Bohnen, Basilikum oder Dahlien — durch Nachtfrost stark geschädigt werden können. Deshalb gilt die Faustregel: Empfindliche Pflanzen erst nach den Eisheiligen dauerhaft ins Freiland setzen.
Bei mir war dieses Jahr keine Gelegenheit die Samen der Zinnien auszubringen, das habe ich erst Ende Mai getan. Und die früh gesäten Mohnsamen sind leider nicht aufgegangen.
Schafskälte: Herkunft und Bedeutung
Die Schafskälte tritt meist um den 10. bis 20. Juni auf. Der Name kommt aus der Schafhaltung: Zu dieser Zeit waren Schafe oft bereits geschoren. Wenn dann noch einmal kühle, feuchte Luft einströmte, konnten die frisch geschorenen Tiere besonders unter der Kälte leiden.
Meteorologisch hängt die Schafskälte häufig mit einem Wechsel der Großwetterlage zusammen: Nach warmen Frühsommertagen kann kühle Meeresluft aus Nordwesten oder Norden nach Mitteleuropa gelangen. Dadurch sinken die Temperaturen deutlich, oft begleitet von Regen und Wind.
Für den Garten ist die Schafskälte weniger wegen Frost gefährlich, sondern eher wegen Kältestress, Nässe und Wachstumsstockungen. Junge Pflanzen, frisch gesetzte Sommerblumen, wärmeliebendes Gemüse und empfindliche Kübelpflanzen können darunter leiden. Auch Schnecken profitieren oft von feuchtem Wetter.
Exakt so war es dieses Jahr. Wir hatten nach kurzer Wärme, fast schon Hitze, diesen Kälteeinbruch und ich bin sehr froh, dass die Tomaten keine Probleme bekommen haben. Ich habe das große Glück nur Schnecken mit Gehäuse im Garten zu haben und deshalb war das Problem sind so groß. Allerdings habe ich die Sonnenblumen immer noch auf dem Hochbeet stehen, damit sie nicht gefressen werden. Nun ist es sehr heiß und trocken, da besteht die Gefahr, dass sie mir daran eingehen, wenn ich sie ins Beet setze.
Warum beide Ereignisse für den Garten immer noch spannend sind
Beide Phänomene zeigen, dass Gartenarbeit nicht nur vom Kalender, sondern stark vom tatsächlichen Wetter abhängt. Die alten Begriffe sind kulturgeschichtlich interessant, aber auch praktisch:
- Sie erinnern daran, nicht zu früh auszupflanzen.
- Sie helfen bei der Planung von Aussaat, Pflanzung und Frostschutz.
- Sie verbinden traditionelle Bauernregeln mit moderner Wetterbeobachtung.
- Sie zeigen, warum regionale Unterschiede wichtig sind: In milden Lagen kann es früher sicher sein, in höheren oder kälteren Regionen später.
Und damit wären wir wieder beim Klimawandel. Oft fallen diese Phänomene aus oder kommen zur Unzeit, wenn gerade alle Obstbäume in Blüte stehen, kommt ein später oder früher Frost, je nachdem wie man es sieht. Dann ist der Schaden viel größer als dieses Jahr, wo schon in Franken die Frucht angesetzt war. Wir im Hobbybereich sind dann vielleicht traurig, dass es dieses Jahr keine eigenen Äpfel gibt, aber die Landwirte und Gärtner, die damit ihren Lebensunterhalt verdienen, kann das zur Katastrophe führen. So, nun wende ich mich wieder der Hitzewelle zu und gieße meine neugepflanzten Sträucher und Stauden, damit ich die jetzt nicht durch Trockenheit verliere.
Foto: KI generiert mit Canva
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