Der Winter – ruhiges Kräftesammeln der Natur

„Die Christrose ist ein Kind der Berge, das in die Gärten der Ebenen hinunterstieg“ 

Unbekannter Poet

Im Dezember ist in den meisten Gärten einfach nichts los. Vielleicht lockert man das braun des Gartens mit schönen Adventsdekorationen auf oder verpackt empfindliche Pflanzen mit schönen Schleifen. Auch die Lichter dürfen im Advent nicht fehlen, aber Blüten?

Doch es gibt sie, die tapfere Christrose erfreut uns mit Ihren Blüten. Sie wird auch Schneerose oder Niezwurz genannt. Hierbei ist zu beachten, die Art Helleborus niger zu kaufen, sie ist die Winterblüherin. Die Helleborus orientalis, auf Deutsch Lenzrose sieht ganz ähnlich aus, aber wie der deutsche Name schon sagt, blüht sie im Frühjahr. Die Christrose ist mehrjährig und wintergrün, behält ihre Blätter im Winter. Klassisch findet man sie mit weißen Blüten, aber die Züchtungen haben dunkelrote, pinkfarbene oder sogar hellgelbe Blüten hervorgebracht. Auch gemusterte oder gefüllte Blüten findet man mittlerweile.

Einen Nachteil hat diese Winterschönheit, sie ist leider giftig. Blätter, Blüten und Wurzeln sind sowohl für Mensch als auch Tier giftig. Die höchste Konzentration ist im Wurzelstock. Deshalb sollte man sie mit Handschuhen anfassen oder sofort hinterher die Finger waschen. Eventuell bei kleinen Kindern und Welpen lieber auf sie im Garten verzichten. Oder man sorgt dafür, dass die Christrosen im Garten nicht erreicht werden können, z. B. durch einen kleinen Zaun, solange Kind und Tier noch klein sind. Wenn man allerdings einen Kater hat, der wie meiner immer alles Neue anbeißen musste, auch noch im hohen Alter, dann muss man schweren Herzens auf diesen Winterblüher verzichten.

Was im Garten jetzt passiert

  • Pflanzen ziehen Energie in Wurzeln und Knospen zurück

  • Bodenleben verlangsamt sich

  • Gehölze befinden sich in Winterruhe

Typische Zeigerpflanzen

  • Christrose (Helleborus niger)
  • Zaubernuss (Hamamelis)
  • Winterjasmin (Jasminum nudiflorum)

Jetzt ist eine gute Zeit für

  • Beobachten

  • Planen

  • Gehölze kontrollieren

  • an frostfreien Tagen wässern

Besser noch warten mit

  • Pflanzungen
  • Bodenarbeiten

Christrose - die Winterblüherin

Im Dezember zeigt uns die Christrose (Helleborus niger), dass der Garten nicht völlig ruht. Sie trotzt Frost und Schnee und schützt sich durch einen besonderen Mechanismus: Bei Kälte verlagert sie Wasser aus den Zellen, sodass diese nicht platzen. Die Pflanze wirkt welk – richtet sich aber wieder auf, sobald es wärmer wird.

Gleichzeitig erinnert sie uns daran:
Auch im Winter brauchen Pflanzen Wasser – an frostfreien Tagen.

Zaubernuss – das Ende des Winters

Im Januar tritt die Zaubernuss (Hamamelis) auf den Plan.
Ihre gekräuselten gelben, orangefarbenen oder roten Blüten erscheinen, wenn sonst kaum etwas blüht. Sie kann ihre Blüten bei Frost sogar einrollen, um Schäden zu vermeiden.

In der Phänologie gilt die Zaubernuss als Zeigerpflanze für das Ende des Winters.
Blüht sie früh, kann das ein Hinweis sein, dass der Vorfrühling bereits begonnen hat.

Mein persönlicher Blick

Der Winter lehrt mich Geduld. Ich genieße Strukturen, Samenstände und die Stille – sie sind die Grundlage für alles, was kommt.

Sabine van Osenbrüggen

Jahreskreis & Phänologie

Alle Infos für entspannteres Gärtnern nach dem Kalender der Natur findest du hier: