Warum ich KI beim Schreiben nutze – und warum meine Texte trotzdem meine bleiben

Warum ich KI beim Schreiben nutze – und warum meine Texte trotzdem meine bleiben

Gerade sorgt es in den Medien für Aufregung, dass Politikerinnen und Politiker sich beim Schreiben von Reden von Künstlicher Intelligenz unterstützen lassen. Für mich ist das ein guter Anlass, auch hier auf meinen Blogs ganz transparent zu sagen: Ja, auch ich nutze KI als Unterstützung beim Schreiben.

Wenn ein Text noch etwas holprig klingt, hilft mir zum Beispiel Microsoft Copilot dabei, Formulierungen runder zu machen oder eine Gliederung übersichtlicher zu gestalten. Für Recherchen nutze ich außerdem Werkzeuge wie Perplexity oder Google – etwa, wenn ich geschichtliche Hintergründe nachschlagen möchte oder bei Reisebeiträgen Sehenswürdigkeiten schneller und präziser beschreiben will.

Wichtig ist mir dabei: Die KI ersetzt nicht meine eigene Stimme. Am Ende lese ich jeden Text sorgfältig durch, überarbeite ihn und personalisiere ihn. Jeder Beitrag enthält meine Erfahrungen, meine Eindrücke oder meine Erlebnisse. Die Ideen hinter den Beiträgen stammen von mir – und die Geschichten sind echt, nicht irgendwo im Netz zusammengesucht.

Für mich ist KI deshalb eher wie ein Lektor oder eine Person, die Korrektur liest: Sie kann unterstützen, ordnen und sprachlich helfen. Aber sie entscheidet nicht, was ich erzählen möchte.

Transparenz ist mir wichtig. Deshalb möchte ich offen damit umgehen, wie meine Texte entstehen. Wenn Ihr Fragen dazu habt oder Eure Gedanken mit mir teilen möchtet, meldet Euch gerne bei mir.

PS: Das Beitragsbild habe ich gerade mit Canva erstellt, auch mit Hilfe von KI.

Buchempfehlung: Die Damen mit dem grünen Daumen

Buchempfehlung: Die Damen mit dem grünen Daumen

Ein inspirierendes Werk über berühmte Gärtnerinnen von Claudia Lanfranconi und Sabine Frank

Einleitung

Das Buch Die Damen mit dem grünen Daumen von Claudia Lanfranconi und Sabine Frank ist eine wunderbare Sammlung von Geschichten über berühmte Gärtnerinnen aus verschiedenen Epochen und Regionen. Das Werk bietet nicht nur spannende Einblicke in die Lebensgeschichten und Gärten dieser Frauen, sondern lädt auch dazu ein, selbst zur Gärtnerin zu werden oder sich von den vielfältigen Gestaltungen inspirieren zu lassen.

Meine Favoritinnen

Besonders begeistert haben mich die Kapitel über Wilhelmine von Bayreuth und ihren außergewöhnlichen Garten Sanspareil. Ihre Liebe zum Garten und zur Natur spiegelt sich in der einzigartigen Anlage wider, deren Name schon „ohnegleichen“ bedeutet. Der Garten ist eine kunstvolle Mischung aus Landschaft und Architektur und zeigt die Innovationskraft dieser bemerkenswerten Frau. Da Bayreuth nicht weit von mir weg ist, ist dieser Garten neben der Eremitage in Bayreuth hat der Besuchsliste gelandet.

Auch Gertrude Jekyll, eine Ikone der englischen Gartenkunst, hat mich fasziniert. Ihre Zusammenarbeit mit dem jungen Architekten Edwin Lutyens gilt bis heute als stilprägend. Die harmonische Verbindung von Architektur und Pflanzenkomposition zeigt, wie kreativ und visionär Jekyll war.

Luise Ulrike von Schweden und ihr Schlossgarten Drottningholm sind ein weiteres Highlight. Ihr Engagement für den Garten und die Gestaltung eines königlichen Refugiums machen sie zu einer inspirierenden Persönlichkeit.

Weitere interessante Geschichten

Natürlich sind auch die anderen Geschichten im Buch sehr lesenswert. Besonders spannend war die Geschichte von Beth Chatto, die durch ihre naturnahen Pflanzungen und ihren berühmten Sand-Garten in England bekannt wurde. Die Kapitel über die Königliche Gartenakademie und die Gartendesignerinnen Gabriella Pape und Isabelle van Groeningen bieten wertvolle Einblicke in die zeitgenössische Gartenkunst. Da mir diese Designerinnen bereits bekannt waren, konnte ich die Kapitel mit einem besonderen Wiedererkennungswert lesen und neue Facetten entdecken.

Stil und Lesegenuss

Das Buch ist interessant und lebendig geschrieben. Die Autorinnen schaffen es, die Geschichten der Gärtnerinnen greifbar und unterhaltsam zu vermitteln. Für Gärtnerinnen oder Gartenliebhaberinnen ist dieses Buch eine schöne Lektüre, die man am besten im eigenen Garten, bei einer Tasse Kaffee oder Tee genießt. Die inspirierenden Portraits und die Fotos machen Lust darauf, selbst mit dem Gestalten zu beginnen oder die vorgestellten Gärten oder Ausstellungen zu besuchen.

Mein Fazit

Die Damen mit dem grünen Daumen ist mehr als nur ein Buch über Gärten – es ist eine Hommage an die Kreativität, Leidenschaft und das Durchhaltevermögen von Frauen, die die Gartenkunst geprägt haben und das oft gegen den Widerstand der Männer. Auch die weniger bekannten Geschichten bieten interessante Perspektiven. Für alle, die sich für Gartengestaltung, Geschichte und die außergewöhnlichen Leistungen von Frauen interessieren, ist dieses Buch eine klare Empfehlung.

📖 Zum Buch

Zu Besuch im Karl-Foerster-Garten in Potsdam-Bornim

Zu Besuch im Karl-Foerster-Garten in Potsdam-Bornim

Manche Gärten besucht man, weil sie schön sind. Andere besucht man, weil sie etwas in einem auslösen. Der Karl-Foerster-Garten in Potsdam-Bornim gehört für mich eindeutig zur zweiten Kategorie. Karl Foerster ist seit Langem eines meiner großen Vorbilder bei der Gestaltung meines eigenen Gartens – und seinen Garten endlich mit eigenen Augen bei meiner letzten Reise nach Potsdam und Berlin im Juli 2026 zu sehen, war entsprechend etwas Besonderes.

Wer war Karl Foerster?

Karl Foerster wurde 1874 in Berlin geboren und starb 1970 in Potsdam. Er war Gärtner, Staudenzüchter, Gartenphilosoph und Autor – vor allem aber einer der Menschen, die die moderne Gartenkultur in Deutschland entscheidend geprägt haben. Nach Lehrjahren und ersten gärtnerischen Stationen verlegte er seine Staudengärtnerei Anfang des 20. Jahrhunderts nach Potsdam-Bornim. Dort entstand rund um sein Wohnhaus ein Garten, der nicht nur privat war, sondern zugleich Schau- und Versuchsgarten: ein lebendiger Ort, an dem Pflanzenkombinationen, Blühfolgen und neue Züchtungen erprobt wurden.

Foerster setzte sich besonders für winterharte Stauden ein und machte sie zu tragenden Elementen der Gartengestaltung. Berühmt wurde er unter anderem für seine Liebe zum Rittersporn, aber auch für Phlox, Gräser, Farne und viele robuste Stauden, die Gärten über lange Zeiträume attraktiv machen. Sein oft zitiertes Motto „Es wird durchgeblüht“ beschreibt bis heute sehr schön, worum es ihm ging: ein Garten, der nicht nur für einen kurzen Höhepunkt angelegt ist, sondern über viele Monate hinweg immer wieder neue Bilder zeigt. So habe auch ich meinen Garten angelegt, insbesondere das Präriebeet in der Mitte. Leider haben sich über die Jahre die Gräser doch sehr vermehrt, die Blühstauden gingen verloren. Deshalb muss man m. E. vorsichtig sein und beim Pflanzen vielleicht etwas weniger Gräser, dafür mehr Stauden setzen.

Der Garten als lebendiges Vermächtnis

Der Garten in Bornim wurde ab etwa 1910 beziehungsweise 1912 angelegt und ist bis heute ein außergewöhnliches Beispiel für Foersters Denken. Er besteht aus mehreren Gartenräumen, darunter Senkgarten, Frühlingsweg, Naturgarten, Herbstbeet, Steingarten und ursprünglich auch ein Versuchsgarten. Der Frühlingsweg ist so besonders, weil dort viele Gehölze stehen, die eben im Winter oder ganz früh im Frühling blühen, wie Kornelkirsche, Schneeforsythie oder auch die Winterkirsche. Alles findet sich auch bei mir im Garten. Frühblüher unter den Stauden stehen dort die Epimedien und natürlich Zwiebeln.

Seit 1981 steht die Anlage als Karl-Foerster-Gedenkstätte unter Denkmalschutz. Zur Bundesgartenschau 2001 wurde sie als Gartendenkmal rekonstruiert. Heute wirkt der Garten nicht wie ein Museum, sondern wie ein lebendiger Ort: üppig, vielschichtig, voller Übergänge – und dabei immer erstaunlich klar komponiert. Üppig ist hier Programm, denn sein Motto war, dass man keine Erde sehen darf, das ist hier umgesetzt, was dann weniger Arbeit beim Unkraut jäten macht.

Mein Eindruck: Der Senkgarten und der hellblaue Rittersporn

Am meisten beeindruckt hat mich der Senkgarten. Er ist das Herzstück der Anlage und folgt dem Vorbild englischer „sunken gardens“: Man steigt über kleine Stufen hinab, während sich die Pflanzungen wie eine Bühne um einen entfalten. Es gibt dort ein Taubenhaus mit weissen Tauben, sehr apart. Und natürlich auch Phloxe in verschiedenen Farben. Aber mein Highlight waren die wunderschönen hellblauen Rittersporne, die ich dort habe ich zum ersten Mal gesehen habe – ein Moment, der mir sicher lange in Erinnerung bleiben wird. Diese Farbe, dieses Aufrechte, Leichte und zugleich Selbstbewusste der Blüten: Plötzlich versteht man unmittelbar, warum Foerster dem Rittersporn eine solche Leidenschaft widmete. In meinem Garten sind Rittersporne leider Schneckenfutter, aber ich gebe nicht auf und werde sie wieder pflanzen!

Ausbalancierte Gartenbilder bis in den hinteren Teil

Auch der hintere Teil des Gartens hat mich sehr angesprochen. Dort wirkt nichts zufällig und doch nichts starr. Die Pflanzungen sind perfekt ausbalanciert: Höhen, Formen, Blütenfarben und Blattstrukturen greifen ineinander, ohne sich gegenseitig zu übertönen. Genau diese Art von Harmonie ist es, die ich an Foersters Gestaltungsweise so bewundere – eine Fülle, die nicht chaotisch wird, sondern getragen ist von Erfahrung und einem feinen Gefühl für Rhythmus.

Ein Blick zur Staudengärtnerei

Direkt neben dem Garten befindet sich die Staudengärtnerei – ein Ort, der natürlich besonders neugierig macht, wenn man Foersters Pflanzen liebt. Weil mein Besuch an einem Sonntagabend stattfand, war sie leider geschlossen. Immerhin konnte ich einen Blick über den Zaun werfen und mir vorstellen, wie schön es wäre, bei einem nächsten Besuch dort noch einmal in Ruhe nach Stauden zu schauen. Dann bräuchte ich allerdings ein großes Auto um die Schätze nach Hause zu bekommen.

Praktische Eindrücke zur Anreise

Mit öffentlichen Verkehrsmitteln ist der Garten leider nicht besonders bequem zu erreichen. Wer mit dem Auto kommt, findet dafür einen großzügigen Parkplatz vor – ein praktischer Pluspunkt, gerade wenn man dort Stauden kaufen möchte.

Hygge-Faktor

Der Garten ist eher ein Lehrgarten, als das er sehr gemütlich ist, aber das muss er auch nicht. Ich würde sagen 3 von 5.

  • Leider hat der Garten nicht so viele Bänke, aber wenn man am Abend dort ist, findet sich immer ein Plätzchen zum verweilen. 

  • Schatten unter alten Bäumen

  • keine Gastronomie

  • Staudengärtnerei (leider am Sonntag zu)

  • unendlich viele Inspirationen

Mein Fazit

Der Karl-Foerster-Garten ist kein Garten, den man einfach „abhakt“. Er ist ein Garten, der nachwirkt – besonders, wenn man selbst gärtnert und nach Vorbildern sucht. Für mich war der Besuch inspirierend, berührend und voller Ideen. Vor allem der Senkgarten mit seinen hellblauen Ritterspornen bleibt als Bild im Kopf: ein kleines Stück Gartenpoesie in Potsdam-Bornim.

Zeigerpflanzen aus der Reihenfolge

Zeigerpflanzen aus der Reihenfolge

Phänologie – Theorie und Praxis

Dieses Jahr ist es sehr spannend die Zeigerpflanzen zu beobachten. Da wir in Franken bis Ende Februar Schnee und kalte Temperaturen hatten, konnten die Zeigerpflanzen des Winters und Vorfrühling nicht so richtig loslegen. Deshalb sind in meinem Garten zeitgleich Anfang März die Zeigerpflanzen zeitgleich am Start:

Für den Winter:

Duftschneeball

Winter-Duft-Heckenkirsche

Für den Vorfrühling:

Winterlinge

Schneeglöckchen

Weidenblüte

Für den Erstfrühling:

Kornelkirsche

Forsythieblüte = Rosen schneiden

Die Frage, die sich Gärtner momentan stellen, ob die Forsythienblüte als Zeichen des Erstfrühling wirklich noch valide ist, um dann mit dem Schneiden von Rosen und anderen Gehölzen zu starten. Meine Rosen schlage Anfang März schon kräftig aus, aber die Forsythie blüht bei mir noch nicht, also habe ich diese Jahr beschlossen schon zu schneiden. Mal sehen, ob noch ein Frost kommt und die Forsythie doch recht hat.

Einsames Schneeglöckchen

Einsames Schneeglöckchen

Einsame Schneeglöckchen im Garten

Neulich habe ich einen Newsletter gelesen und wunderschöne Gartenbilder aus England gesehen – voller Schneeglöckchen. Dichte, blühende Teppiche, sogenannte „Tuffs“, wie man sie sich wünscht. Überall war zu lesen, dass sich Schneeglöckchen mit der Zeit ganz von selbst zu solchen Horsten entwickeln. Man könne sie sogar teilen, entweder während der Blüte oder kurz danach – „in the green“, wie es so schön heißt.

Klingt wunderbar. Nur leider sieht mein Garten ganz anders aus.

Bei mir stehen die Schneeglöckchen jedes Jahr wieder einzeln im Beet. Ich habe die kleinen Zwiebeln über den ganzen Garten verteilt, aber sie kommen stets allein zurück – hübsch, aber eben ziemlich einsam. Dabei heißt es doch, sie vermehren sich sogar über Samen, die zum Beispiel von Ameisen verbreitet werden.
Da stellt sich mir unweigerlich die Frage: Habe ich etwa besonders faule Ameisen im Garten?

Inzwischen glaube ich, dem Rätsel auf die Spur gekommen zu sein. In verschiedenen Beschreibungen wird nämlich erwähnt, dass Schneeglöckchen bevorzugt unter Sträuchern und Bäumen wachsen. Dort sind sie zum einen besser vor Störungen geschützt, zum anderen ist die Wasserversorgung gleichmäßiger. Und das könnte bei meinem sandigen Boden tatsächlich der entscheidende Punkt sein – gerade im Winter. Dieses Jahr ist das weniger problematisch, denn der Schnee sorgt für eine gute Durchfeuchtung.

Als ich mir Fotos aus den letzten Jahren angesehen habe, fiel mir noch etwas auf: An genau einer Stelle haben sich meine Schneeglöckchen richtig gut vermehrt. Und wo war das? Unter meiner Quitte.

Damit ist klar: Ich habe ein neues To‑do für dieses Gartenjahr. Alle einsamen Schneeglöckchen werden ausgegraben und unter Sträucher umgesetzt. Und wenn die Ameisen dann auch noch ihren Job machen, könnte ich mich vielleicht 2027 über deutlich mehr Schneeglöckchen im Garten freuen.

Man lernt nie aus. Wie schön, dass unsere Mitbewohner so individuell sind.

Sabine